https://www.ski-online.de/skiversicherung?utm_source=DSV_Website&utm_medium=Banner&utm_campaign=DSV_Banner
Suche

Informationen und Statements zu den IBU Biathlon-Weltmeisterschaften 2015 in Kontiolahti (FIN)

02.03.15
Biathlon
Vom 04. bis 15. März 2015 werden bei den IBU Biathlon-Weltmeisterschaften in Kontiolahti die Medaillen vergeben.
Kummer_Weltcup_2014
IBU BIATHLON-WELTMEISTERSCHAFTEN 2015 IN KONTIOLAHTI (FIN)
04. - 15. März 2015
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Kontiolahti (FIN)
- Do., 05.03.2015, 17:15 Uhr (MEZ): Mixed-Staffel, 2x6 + 2x7,5 km
- Sa., 07.03.2015, 13:00 Uhr (MEZ): Sprint Herren, 10 km
- Sa., 07.03.2015, 16:30 Uhr (MEZ): Sprint Damen, 7,5 km
- So., 08.03.2015, 13:15 Uhr (MEZ): Verfolgung Herren, 12,5 km
- So., 08.03.2015, 16:00 Uhr (MEZ): Verfolgung Damen, 10 km
- Mi., 11.03.2015, 17:15 Uhr (MEZ): Einzel Damen, 15 km
- Do., 12.03.2015, 17:15 Uhr (MEZ): Einzel Herren, 20 km   
- Fr., 13.03.2015, 17:15 Uhr (MEZ): Staffel Damen, 4x6 km
- Sa., 14.03.2015, 16:30 Uhr (MEZ): Staffel Herren, 4x7,5 km
- So., 15.03.2015, 13:30 Uhr (MEZ): Massenstart Damen, 12,5 km
- So., 15.03.2015, 16:15 Uhr (MEZ): Massenstart Herren, 15 km

Weitere Details zum Programm finden Sie unter www.kontiolahtibiathlon.com.


DAS DSV-AUFGEBOT
Die DSV-Sportführung hat für die Biathlon-Weltmeisterschaften in Kontiolahti insgesamt elf Athletinnen und Athleten nominiert.

Damen
- Laura Dahlmeier (SC Partenkirchen)
- Franziska Hildebrand (WSV Clausthal-Zellerfeld)
- Vanessa Hinz (SC Schliersee)
- Luise Kummer (SV Eintracht Frankenhain)
- Franziska Preuß (SC Haag)

Herren
- Andreas Birnbacher (SC Schleching)
- Daniel Böhm (SC Buntenbock)
- Benedikt Doll (SZ Breitnau)
- Erik Lesser (SV Eintracht Frankenhain)
- Arnd Peiffer (WSV Clausthal-Zellerfeld)
- Simon Schempp (SZ Uhingen)


AKTUELLE STATEMENTS

Karin Orgeldinger, Sportdirektorin Nordisch und Biathlon
"Der bisherige Verlauf der aktuellen Weltcup-Saison hat gezeigt, dass wir sowohl bei den Herren als auch bei den Damen grundsätzlich in jedem Rennen in der Lage sind, um die vorderen Platzierungen mitzukämpfen. Dies war in dieser Form sicherlich nicht zu erwarten. Denn vor allem im Damen-Bereich hatten wir uns nach dem vergangenen Olympia-Winter und dem Rücktritt von Andrea Henkel darauf eingestellt, dass die junge Mannschaft deutlich mehr Zeit benötigen würde, um die Lücke zur absoluten Weltspitze schließen zu können.

Falls nötig werden wir unseren Sportlerinnen, die teilweise ja noch im Juniorenalter sind, diese Zeit auch weiterhin geben. Aber die Art und Weise wie das Team in den vergangenen drei Monaten aufgetreten ist, lässt uns doch mit einer gewissen Zuversicht zur WM nach Finnland fahren.

Nach dem Neuanfang im Frühjahr ist unser Trainerteam definitiv auf einem sehr guten Weg, den notwendig gewordenen Generationswechsel wie geplant bis zu den Olympischen Winterspielen 2018 erfolgreich umzusetzen.

Inwiefern es uns gelingt, bereits bei den anstehenden Weltmeisterschaften in Kontiolahti den inzwischen wieder spürbar gestiegenen Erwartungen der Öffentlichkeit gerecht zu werden, bleibt abzuwarten. Bei einem WM-Rennen sind der Druck und die Anspannung erfahrungsgemäß noch einmal deutlich größer. Deshalb sollten wir von den Damen auch keine Wunderdinge erwarten. Aber nach den jüngsten Erfolgen dürfen unsere Athletinnen nicht nur in den beiden Staffeln, sondern auch in den jeweiligen Einzel-Entscheidungen durchaus selbstbewusst an den Start gehen.

Dies gilt natürlich auch für unsere Herren, die in diesem Jahr mit einer tollen mannschaftlichen Geschlossenheit im Weltcup Präsenz gezeigt haben.

Von den sechs Athleten, die mit nach Finnland fahren, ist inzwischen jeder einzelne in der Lage, ganz nach vorne zu laufen. Diese Entwicklung ist besonders hervorzuheben, weil gleichzeitig die Dichte in der Weltspitze noch einmal spürbar größer geworden ist.

Der Kampf um die Medaillen dürfte in diesem Jahr so hart sein wie selten zuvor. Allerdings haben unsere Sportler in den vergangenen Jahren nicht nur an körperlicher, sondern auch an mentaler Stärke zugelegt. Dies war gerade zuletzt bei der einen oder anderen knappen Entscheidung deutlich erkennbar. Und das stimmt uns für die anstehenden Herausforderungen optimistisch.

Natürlich wird es uns nicht immer gelingen, nach jedem Rennen auf dem Siegertreppchen zu stehen, aber unser gemeinsames Ziel sollte es sein, in möglichst vielen WM-Wettbewerben um die Medaillen-Plätze mitzukämpfen. Das ist auch der Anspruch, den unsere beiden Teams an sich selbst haben.

Es wäre schön, wenn unser inoffizielles Biathlon-Motto "Einer kommt durch" wieder ein paar Mal zitiert werden kann."

Gerald Hönig, Cheftrainer Damen
"Wir wussten vor dem Saisoneinstieg nicht so genau, wo wir stehen. Was wir aber wussten ist, dass wir in der Vorbereitung gut gearbeitet hatten, wir große Talente im Kader haben. Dass wir dann so schnell so gute Ergebnisse erzielen konnten, war so nicht zu erwarten. Die Mädels brauchen aber dennoch nach wie vor Zeit. Deswegen darf man jetzt bei den Weltmeisterschaften nicht zu viel erwarten. Wir fahren mit einem jungen Team nach Finnland. Die WM findet in diesem Jahr sehr spät im Winter statt. Es bleibt abzuwarten, ob die Belastungsverträglichkeit gerade bei den jungen Athletinnen über die langen Weltcupwochen ausreicht. Umso schöner ist es, dass wir ein insgesamt starkes Team nach Finnland mitnehmen. Das gibt uns Trainern die Möglichkeit, bei den einzelnen Einsatzkonzeptionen auch mal durchzuwechseln.

Wir konnten uns in Ridnaun sehr gut auf die anstehenden Aufgaben vorbereiten und ordentlich trainieren. Die Bedingungen vor Ort waren super, sowohl was die Strecken als auch was das Hotel betrifft. Wir haben viel Wert darauf gelegt, mit einer körperlichen und mentalen Frische aus Ridnaun abzureisen. Das Wichtigste ist, dass bisher alle gesund durchgekommen sind.

Wir haben eine schießstarke Mannschaft. In Südtirol ging es noch einmal darum, an der Stressresistenz und am Selbstvertrauen am Schießstand zu arbeiten. Etwa durch die Simulation verschiedener Wettbewerbsformen oder auch mal mit einer gemeinsamen Serie mit den Männern. Das war auch für das Teamgefühl positiv. Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass in Finnland immer wieder mit komplizierten Windbedingungen zu rechnen ist. Da ist es besonders wichtig, am Schießstand richtig und konsequent zu reagieren. Insgesamt war es eine sehr gute Vorbereitung mit einer positiven Grundstimmung im Team. Wir reisen am Montag definitiv sehr motiviert nach Kontiolahti.

Die WM-Strecken sind sehr kupiert, sehr abwechslungsreich, mit wenigen Erholungsabschnitten. Der Anstieg ist immer wieder selektiv. Man muss hundertprozentig fit sein, um dort läuferisch vorne mit dabei zu sein. Und ein bisschen Glück gehört natürlich auch dazu. Ich hoffe darauf, dass wir nicht zu komplizierte Windverhältnisse haben werden, dann kann es eine tolle WM werden.

Sicherlich haben wir jetzt mit Rückblick auf den Saisonverlauf unsere Ziele neu formuliert. Wir streben in den Einzelrennen Top-8-Platzierungen an. Aber: Wir haben vier WM-Neulinge in der Mannschaft, wenn man Laura mal mit dazurechnet, die in Nove Mesto vor zwei Jahren schon einmal einen Staffeleinsatz bekam. Die WM wird für das Team in erster Linie eine wichtige Erfahrung sein, die uns in den kommenden Jahren dabei hilft, dahin zu kommen, wo wir hinwollen: Ein schlagkräftiges Team für die Zukunft, nicht zuletzt für Olympia 2018, aufzubauen. Die WM in Kontiolahti wollen wir nutzen, um in der individuellen Entwicklung einen weiteren Schritt nach vorne zu machen. Die zuletzt teils sehr guten Ergebnisse im Weltcup machen uns nicht automatisch zu den WM-Favoriten."

Mark Kirchner, Cheftrainer Herren
"Ab der zweiten Januarhälfte hat sich die Mannschaft für uns herauskristallisiert und deutlich gefestigt. Mit den Siegleistungen von Simon Schempp und Arnd Peiffer ist noch einmal ein Ruck durch das Team gegangen. Das Team hat noch mehr Klasse gezeigt. Über die Ergebnisse mit vielen Top-10-Platzierungen ist das Selbstvertrauen gewachsen. Die Mannschaft hat zu einer Stärke gefunden, die sie schon in sich getragen hat, aber die sie davor noch nicht so zur Geltung bringen konnte.

Wenn man Podiumsplätze erreicht hat, ist es der Anspruch, möglichst um die Medaillen mitzukämpfen, vor allem in den Teambewerben. Ich bin aber gar kein Fan von ergebnisorientierten Zielsetzungen. Das Feld ist unglaublich stark und eng beisammen. Um bei der WM vorne mit dabei zu sein, muss alles passen. Wir wollen in den Staffeln um die Medaillen mitlaufen. Wenn wir dann noch mit zwei Einzelmedaillen im Gepäck nach Hause fliegen, dann können wir sehr zufrieden sein!

Im Trainingslager in Ridnaun standen zuerst ein paar regenerative Trainingstage auf dem Programm. Danach haben wir viel im Grundlagenbereich gearbeitet, versucht, eine Substanz aufzubauen, um die anstehende WM und auch das Weltcupfinale in Khanty-Mansiysk mit einer entsprechenden konditionellen Verfassung bewältigen zu können. Die Mannschaft hat in Südtirol auf eigenen Wunsch ein sehr homogenes Training absolviert, mit wenig individuellen Aspekten. Insgesamt war die Woche in Ridnaun eine runde Sache, wir konnten ein paar ordentliche Trainingstage absolvieren. Wichtig war es, sowohl die Vorbereitung als auch die WM so normal wie möglich anzugehen.

Wir reisen gesund nach Kontiolahti an, das ist das Wichtigste. Alle sind fit, die Stimmung im Team ist sehr gut. Die Ergebnisse jedes Einzelnen geben genügend Motivation für die WM. Dennoch: Wir möchten nicht mit einem Ergebnisdenken an die WM rangehen, sondern mit Leistung! Wenn wir das Leistungsniveau der zurückliegenden Weltcups so halten können, dann können auch die Platzierungen in Kontiolahti sehr zufriedenstellend werden."

Laura Dahlmeier
"In Ridnaun ging es darum, das gute Leistungsniveau zu halten, das wir zuletzt gezeigt haben. Die Grundlagen wurden im Sommer erarbeitet, so kurz vor dem Saisonhöhepunkt kann man jetzt ja auch nicht mehr allzu viel bewegen. Am Schießstand haben wir noch einmal fokussiert gearbeitet, verschiedene Szenarien am Schießstand simuliert: die Situation im Massenstart, der Kampf Frau gegen Frau, auf Präzision zu schießen und auf Zeit.

Nach Oslo habe ich die Verletzung im Fuß wieder deutlich gespürt. Ich hab jetzt einen neuen Schuh getestet. Ein paar Druckstellen sind zwar noch da, aber es passt schon deutlich besser. Die Belastungsverträglichkeit ist gut, auch wenn ich es nach wie vor merke. Während des Wettkampfes komme ich gut klar. Der Fuß braucht aber eben immer mal wieder Ruhepausen.

Ich freue mich wahnsinnig, dass es jetzt endlich losgeht. Die WM ist ja schon ziemlich spät. Besonders freue ich mich auf die Damenstaffel und den Sprint. Die letzten drei Sprint-Rennen sind super gelaufen. Meine Leistung war zuletzt konstant. Ich hoffe, dass ich daran anknüpfen kann."

Franziska Hildebrand
"Der Winter macht mir bis jetzt wirklich viel Spaß. Ich fühle mich gut, bin läuferisch in einer guten Form und das Schießen hat ja auch funktioniert. In Ridnaun habe ich sowohl im Grundlagenbereich trainiert als auch ein paar schnellere und intensivere Einheiten absolviert. Jetzt kann die WM kommen.

In Kontiolahti lief es im vergangenen Winter ja auch nicht so schlecht für mich. Wir hatten damals zwei Sprintrennen und speziell an eines kann ich mich noch gut erinnern. Denn das war das erste Mal, dass ich trotz einer Strafrunde unter die Top-10 gelaufen bin.

Unser wichtigstes Ziel als Mannschaft wird sicherlich die Staffel sein. Da gehen wir voll auf Angriff. Die Stimmung bei uns ist richtig gut und wir ziehen alle am gleichen Strang. Ich denke, wir haben bewiesen, dass wir als Team gut funktionieren. Wer eine Medaille möchte, muss erstmal an uns vorbei. Das gilt auch in den Einzelrennen. Damit es mit einem Platz auf dem Podest klappt, habe ich seit diesem Jahr einen Glücksbringer in meiner Gewehrtasche. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht so genau, was es ist. Entweder ein Maulwurf oder ein Pinguin. Aber er macht bisher einen ordentlichen Job."

Vanessa Hinz
"Für mich ist der bisherige Saisonverlauf immer noch irgendwie überraschend, so ganz habe ich es noch nicht realisiert. Vor dem Winter habe ich gehofft, mich irgendwie für die WM qualifizieren zu können. Dass es dann mit Platz sechs am zweiten Weltcup-Wochenende so schnell geklappt hat, damit hätte ich nie gerechnet. Es ging alles so schnell. Hätte mir das jemand vor der Saison gesagt, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Ich freue mich einfach wahnsinnig, dass ich in Kontiolahti dabei sein darf.

Wir konnten in Ridnaun noch einmal ordentlich trainieren. Ich war zwar zuletzt etwas unzufrieden mit meinem Stehendanschlag. Ansonsten hat aber alles sehr gut gepasst. Die Trainer haben in Ridnaun nochmal extra darauf geschaut, vom Streckenprofil dem in Kontiolahti nahezukommen. Dort ist es ja relativ flach, mit einem langen Anstieg. Von der Lauftechnik her kann man sich darauf einstellen.

Ich bin letztes Jahr in Kontiolahti gestartet. Ich mag's ganz gern dort. Ich bin generell eher ein Fan von flacheren Strecken, da kann ich viel im Eins-Einser machen, das liegt mir. Ich gehe mit einem positiven Gefühl ran. Bei der Staffel dabei zu sein, wäre ein Traum. Im Einzel wären Top-15-Ergebnisse natürlich super. Nach den letzten Ergebnissen ist das schon mein Anspruch."

Luise Kummer
"Die bisherige Saison lief für mich deutlich besser als ich es erwartet habe. Ich habe gehofft, ein-, zweimal die Chance zu bekommen, im Weltcup zu laufen. Dass ich dann so konstant dabei sein kann, hätte ich nie erwartet. Es war generell ein kleines Auf und Ab im Saisonverlauf. Am einen Tag war ich selbst von mir überrascht, dann wurde ich wieder im starken Feld durchgereicht. Das Positive überwiegt aber absolut! Ich konnte viele neue wichtige Erfahrungen sammeln.

Auf jeden Fall ist es momentan alles sehr aufregend. Ich freue mich riesig darüber, mit zur WM fahren zu dürfen. Ich denke die Pause in Oslo hat mir gut getan, ich konnte zwei Wochen zusammenhängend in Oberhof trainieren, den Kopf mal wieder freibekommen. So war es für mich persönlich auch etwas stressfreier.

Wir sind alle gesund, das ist das Wichtigste. Jetzt braucht man auch im Training nicht mehr viel rumzudoktern. Wichtig ist, sich eine Sicherheit zu erarbeiten. Wir konnten auch den ein oder anderen Schwerpunkt setzen, der über die vielen Wettkämpfe ein bisschen aus den Augen verloren wurde, wie zum Beispiel im Hinblick auf die Stabilität.

Die Ziele habe ich in dieser Saison schon voll übertroffen. Alles, was jetzt noch kommt, ist eine Zugabe!"

Franziska Preuß
"Ich freue mich voll und bin gespannt, wie eine WM so abläuft. Das ist ja doch nochmal was anderes als Olympia, wo alle Wintersportler auf ein Event hin fiebern und die ganze Sportwelt darauf schaut. Die Biathlon-WM ist halt nur biathlonintern das Saisonhighlight.

Ich war zur JWM vor drei Jahren in Kontiolahti und hab's von meinen eigenen Leistungen her eigentlich relativ schlecht in Erinnerung. Aber es war auch meine erste JWM und alles war noch ganz neu. Ich bin gespannt, was sich an den Strecken und im Stadion so geändert hat. Ich lass es einfach auf mich zukommen. Durch die anderen Großereignisse weiß ich grob, was mich erwartet.

Andrea hat erzählt, dass sie 1999 im Skitunnel trainieren mussten, weil es so kalt war. Ich werde auch eine extra Skiunterwäsche, dicke Handschuhe, Unterhandschuhe und so einpacken - ich versuche einfach, mich auch auf die Kälte vorzubereiten. Aber der Wetterbericht sieht momentan ja ganz gut aus.

Der Schießstand ist relativ windanfällig in Kontiolahti. Im Training haben wir bewusst noch einmal ein Windschießen eingebaut, also uns nochmal intensiv damit beschäftigt, richtig zu drehen, bewusst zu schauen, wo die Treffer hingehen, wie wir uns in den verschiedenen Situationen verhalten müssen. Allgemein ging es einfach darum, noch einmal richtig in Schuss zu kommen.

Ich fühle mich fit für die WM. Mannschaftlich läuft es super, wir haben richtig viel Spaß zusammen. Eigentlich war es jetzt fast wie bei der JWM-Vorbereitung vor zwei Jahren - die gleichen Leute, eine ähnlich gute Stimmung. Es wird auf jeden Fall cool, egal was vor Ort dann dabei rauskommt."

Andreas Birnbacher
"Seit Khanty Mansysk 2003 bin ich bei jeder Weltmeisterschaft mit dabei gewesen. Aber man kann nicht sagen, dass eine WM oder die Vorbereitung darauf irgendwann zur Routine wird. Zumindest nicht bei mir. Irgendetwas ist immer anders als die Jahre zuvor, und es gibt jedes Mal andere Schwerpunkte oder Herausforderungen, die noch in den Tagen vor der WM auftreten.

Für mich war es diesmal wichtig, dass ich noch einmal vernünftig Grundlagen trainieren konnte. Dazu hatte ich in den vergangenen Wochen relativ wenig Zeit. Außerdem konnten wir es so einrichten, dass meine Familie für eine Woche zu mir ins Mannschaftshotel Schneeberg nach Ridnaun kommen konnte. Das war mir auch wichtig. Denn ansonsten hätte ich meinen Kleinen vier Wochen lang überhaupt nicht gesehen. Von daher hat alles gepasst.

Generell bin ich ganz zufrieden, wie es bis jetzt läuft. Nachdem es Anfang der Saison gleich richtig gut losging, hatte ich dann ein paar gesundheitliche Probleme. Die beiden letzten Weltcups vor der WM kam ich dann aber wieder richtig in Schwung. Das war noch einmal wichtig für das Selbstvertrauen.

In Kontiolahti war ich noch gar nicht so oft. Grundsätzlich taugt mir es dort aber ganz gut. Jedenfalls habe ich keine negativen Erinnerungen an den Ort. Und dass es jetzt vermutlich mal eine WM wird, an der nicht ganz so viel los ist, finde ich ehrlich gesagt auch gar nicht so verkehrt."

Daniel Böhm
"Wir hatten in Ridnaun super Bedingungen und eine ganz entspannte Atmosphäre. Jeder ist jetzt heiß drauf, dass es endlich losgeht. Es ist super, die Gradmesser in der eigenen Mannschaft zu haben. Gerade mit den Erfolgen von Simon und Arnd. Dann kann man auch im Trainingslehrgang die eigene Leistung gut einordnen. Wir sind alle eng beisammen, das hilft sehr.

Ich fühle mich gut und freue mich sehr auf die WM. Während zuhause die Grippewelle umging, war es die Hauptaufgabe, gesund zu bleiben. Jetzt in der letzten Woche kann man die Welt eh nicht mehr einreißen, was die Laufform betrifft. Die Grundlagen sind gelegt. Und im Schießen sehe ich nicht die große Problematik. Es geht einfach darum, nochmal den letzten kleinen Kick zu bekommen.

Im Februar ging meine Form in den vergangenen Jahren eher etwas bergab. Ich denke, dass die Grundlage diesmal besser passt, ich es bis zum Saisonende durchziehen kann.

Schon den ganzen Winter haben wir eine ganz positive Stimmung im Team. Jeder gönnt dem anderen den Erfolg, alles läuft sehr ehrlich ab. Das macht's auch im Training entspannter. Ich bin kein Freund davon, den Erfolg an Platzierungen festzumachen. Ich möchte für mich das persönlich beste rausholen, dann kann ich zufrieden sein. Und wir werden sehen, für was es dann reicht."

Benedikt Doll
"Die Saison ist für mich bis jetzt super verlaufen. Mein Ziel war es schon, viele Rennen im Weltcup zu laufen. Das ist nicht einfach, da wir viele gute Jungs im Team haben. Mit der WM-Nominierung habe ich überhaupt nicht gerechnet, da war ich sehr positiv überrascht. Die Trainer hätten ja auch durchaus mit fünf Athleten nach Kontiolahti fahren können. Jetzt ist es natürlich umso besser, dass es so gut geklappt hat. Für mich persönlich war es auch gut, im Januar das Vertrauen von den Trainern bekommen zu haben. So konnte ich mich auf mich selbst konzentrieren.

Wir haben zuletzt in Ridnaun viele Kilometer gemacht. Am Schießstand gibt's grundsätzlich immer was zu tun. Ich habe mich dort sehr sicher im Schießen gefühlt, das war wichtig. Der Schießstand in Kontiolahti ist etwas schwieriger zu schießen, da er windanfällig sein kann. Dann tun sich aber auch schnell mal mehr Chancen auf. Am Schießen hängt schließlich viel dran. Die Strecken an sich haben mir im vergangenen Jahr ganz gut gelegen.

Bisher hat der fehlerfreie Wettkampf bei mir noch nicht geklappt. Mit "null, null" durchzukommen, da arbeite ich dran. Gut zu schießen, ist meine Hauptaufgabe. Was dann dabei herauskommt, das sehen wir dann."

Erik Lesser
"Es lief bei mir zwischenzeitlich nicht so nach Plan, dann wurde es aber wieder deutlich besser und zufriedenstellend. Platz zehn in der Gesamtwertung, das ist doch ein ganz gutes Ding. Mein Ziel waren die Top-15, damit liege ich voll auf Kurs.

In Ridnaun ging es darum, weiter Sicherheit und Stabilität reinzubringen. Ich fühle mich bereit für die WM. Ich sehe das ganz entspannt. Mein großes Ziel ist es, die Staffel laufen zu können und dann dort um eine Medaille zu kämpfen. In den Einzelbewerben hoffe ich auf Top-15-Ergebnisse und darauf, den zehnten Platz in der Gesamtwertung festigen zu können. Die Chancen auf eine Einzelmedaille sind doch eher gering.

Wir haben hier eine gute Truppe, haben Bock auf das, was vor uns liegt. Mannschaftlich gesehen, haben wir eine gute Saison gezeigt. Aber wir wissen, dass es auch schnell anders gehen kann. Ich fahre nach dem Lehrgang nochmal für anderthalb Tage nach Oberhof. Das war mir schon wichtig, nochmal daheim vorbeizuschauen, sonst wären wir ja schon fast einen Monat unterwegs. Einige Fans aus Thüringen haben angekündigt, nach Kontiolahti zu kommen. Ansonsten erwarte ich eher russische Fans. Aber die werden schon auch ordentlich für Stimmung sorgen."

Arnd Peiffer
"Dass ich immer erst ein paar Rennen brauche, um richtig in die Saison zu kommen, ist ja hinlänglich bekannt. Aber so extrem wie in diesem Winter war es noch nie. Jedenfalls war ich wirklich sehr erleichtert, als die Formkurve ab Oberhof wieder erkennbar nach oben gezeigt hat, und dann ab Ruhpolding und vor allem in Antholz auch die Ergebnisse gepasst haben. Trotzdem ist es natürlich schade, dass ich erst so spät in Schwung gekommen bin. Dadurch sind mir im Gesamtweltcup doch viele Punkte flöten gegangen.

Auf die WM wirkt sich der bisherige Saisonverlauf insofern aus, als dass meine Erwartungshaltung schon eine etwas andere ist als bei den letzten Weltmeisterschaften. Ich bin zunächst einmal froh, dabei zu sein. Jetzt nehme ich es wie es kommt und hoffe, dass ich dann in den Rennen an das anknüpfen kann, was ich zuletzt gezeigt habe. Bei der WM-Vorbereitung in Ridnaun habe ich neben den obligatorischen Lauf- und Schießeinheiten noch einmal zusätzlichen Schwerpunkt auf das Stabilitätstraining gelegt. Das kommt während der Saison immer etwas zu kurz."

Simon Schempp
"Mit der bisherigen Saison bin ich natürlich absolut zufrieden. Wobei ich im vergangenen Jahr eigentlich nicht viel schlechter drauf war und damals zwischenzeitlich ja auch Dritter im Gesamtweltcup war. Heuer passt aber einfach alles zusammen. Und ich denke, dass ich läuferisch noch einen kleinen Tick zulegen konnte. In Ridnaun ging es für mich deshalb vor allem darum, die gute Laufform zu stabilisieren. Außerdem habe ich noch ein wenig am Liegendschießen gefeilt, um noch ein wenig mehr Sicherheit in den Anschlag zu bekommen. Von daher bin ich hoffentlich gut gerüstet.

In Kontiolahti war ich erst zwei Mal. Ich hoffe, dass es diesmal nicht so windig ist. Bei einer WM sollten die Bedingungen schon fair sein, vor allem im Sprint, wenn dann auch noch der Verfolger dranhängt. Ich hätte auch nichts dagegen, wenn es nicht ganz so kalt wird wie 1999. Diejenigen, die damals dabei waren, erzählen ja noch heute Horrorgeschichten. Und ich habe eh immer tendenziell kalte Finger.

Meine Ziele haben sich natürlich schon ein wenig verschoben. Ich bin in diesem Jahr acht Mal im Weltcup auf dem Siegerpodest gestanden. Da kann ich ja schlecht sagen, dass das bei der WM nicht möglich ist."
2015-03-06
Stand: 04.08.2021
Kontakt
Gabi Kniesz
Leistungssport GmbH
Sekretariat
Tel.: 089-85790 251