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DOSB und DSV kritisieren Verbot von Programmsponsoring

22.10.10
Leistungssport, , , , ...
DOSB-Präsident Thomas Bach und DSV-Präsident Alfons Hörmann haben das Verbot von Programmsponsoring im öffentlich-rechtlichen Fernsehen kritisiert. DOSB und DSV befürchten, die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten könnten die Einnahmerückgänge an ihre Vertragspartner im Sport weitergeben und damit die Finanzierung ganzer Verbände erschüttern
Alfons Hörmann

Zugleich appellierte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) an ARD und ZDF, trotz des Wegfalls des Programmsponsorings ab 1. Januar 2013 auch in Zukunft ihrem Auftrag gerecht zu werden und die Grundversorgung bei Sportübertragungen sicherzustellen. "Dabei muss die Vielfalt des Spitzensports im Programm abgebildet werden. Sportübertragungen dürfen nicht allein auf jene Großereignisse wie Olympische Spiele und Fußball-Welt- und Europameisterschaften beschränkt werden, die vom Programmsponsoringverbot ausgenommen sind. Viele kleinere Sportarten werden wie ein Licht nur zu Olympia angeknipst und danach wieder ausgeschaltet. Das ist zu wenig. Wir brauchen mehr Ausgewogenheit", sagte Bach, der sich zur Zeit in Mexiko bei der Generalversammlung der Nationalen Olympischen Komitees aufhält und dort für München als Ausrichter der Olympischen Winterspiele und Paralympics 2018 wirbt.

 

Tiefer Graben durch die Sportlandschaft

Der 15. Rundfunkänderungsstaatsvertrag, der bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am 15. Dezember unterschrieben werden soll, sieht ein Verbot von Programmsponsoring nach 20 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen vor. Ausnahmen sollen unter anderem bei Olympischen Spielen, Fußball-Welt- und Europameisterschaften sowie bei Fußball-Länderspielen der deutschen Nationalmannschaft gelten. Für Leichtathletik-, Ski-, Bob- und Rodel- oder Schwimm-Weltmeisterschaften - um nur einige Beispiele zu nennen - sind dagegen keine Ausnahmen vorgesehen. "Dadurch wird ein tiefer Graben durch die Sportlandschaft gezogen und eine Zwei-Klassen-Gesellschaft geschaffen", sagte Thomas Bach.

 

Entscheidung stößt auf Unverständnis
Auch beim Deutschen Skiverband stößt die Entscheidung der Ministerpräsidentenrunde auf Unverständnis. DSV-Präsident Alfons Hörmann: "Bei aller Wertschätzung für den Fußball - dadurch wird zukünftig ganz klar mit zweierlei Maß gemessen. Vor allem die Ausnahmeregelung ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar. Ein Halbfinale im DFB-Pokal gilt als Großveranstaltung und ist damit von der der Regelung ausgenommen - eine Ski-WM mit mehreren 100.000 Zuschauern vor Ort und Millionen vor den Fersehschirmen fällt aber nicht unter diese Kategorie. Das ist eine klare Benachteiligung aller Sportarten gegenüber dem Fußball. Schon im Vorfeld der Ministerpräsidenten-Tagung haben wir eindringlich darauf hingewiesen, dass die geplante Neuregelung für den DSV und das Sportverbandsleben in Deutschland besorgniserregend ist. Es bleibt auch abzuwarten, wie sich diese Zäsur bei der Finanzierung des Spitzensports in Zukunft auf das Leistungsniveau der deutschen Mannschaft bei Olympischen Spielen auswirken wird."

2010-11-11
Stand: 22.09.2020