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Klimawandel

Impressionen

Unser Klima ändert sich weltweit, auch aufgrund unseres menschlichen Handelns, z.B. des hohen Verbrauches von fossilen Energiestoffen und den damit verbundenen Emissionen oder durch die großflächige Abholzung von Wäldern, insbesondere den tropischen Regenwäldern.
Die Auswirkungen dieses Klimawandels sind vielfältig und betreffen alle Menschen weltweit. Wie wird sich die Klimaveränderung auf den Skisport auswirken?

Zusammenfassung:

Die derzeitig steigenden Durchschnittstemperaturen führen möglicherweise in Zukunft dazu, dass die für den Wintersport ausreichenden Schneehöhen erst oberhalb von 1200 bis 1500 m ü. d. Meer anzutreffen sind. Eine beispielhafte Analyse für die Schweiz ergab, dass dann anstatt der heute noch zu 85% als schneesicher zu betrachtenden Skigebiete nur noch ca.63% der Skigebiete als schneesicher bezeichnet werden können.
Es muß im Interesse eines jeden Wintersportlers liegen, dass alle vom Menschen ausgehenden Einflüsse auf die Erwärmung unseres Klimas reduziert werden.

Das sich das Klima erwärmt ist mittlerweile fast schon Allgemeinwissen – aber wie stark wird sich die mittlere Jahrestemperatur in Mitteleuropa erhöhen ?

Es besteht wissenschaftlicher Konsens darüber, dass die Lufttemperatur im globalen Mittel zwischen 2 und 4 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts, bzw. um ein bis zwei Grad in den nächsten 30 Jahren im Winterhalbjahr in Mitteleuropa ansteigt. Gibt es örtliche oder jahreszeitliche Unterschiede bei der Erwärmung ? Der Temperaturanstieg wird in den Gebirgsregionen stärker ausfallen als im globalen Mittel und im Winter stärker als im Sommer. Dabei werden erhebliche regionale Unterschiede auftreten. Wie wird sich die Niederschlagsverteilung ändern - wird es weniger Schnee geben ? Veränderungen des Niederschlags sind vergleichsweise sehr schwer vorherzusagen; kleinräumige Differenzierungen sind von der mittleren Häufigkeit bestimmter Wetterlagen und der geographischen Lage abhängig.

 

Extremereignisse des Niederschlages werden vermutlich - sowohl was Trockenphasen als auch was Extremniederschläge angeht - relativ häufiger auftreten.

 

Eine Erhöhung oder Verringerung der Niederschlagsmengen im langjährigen Mittel ist nicht zu erwarten – jedoch eine zeitliche Umverteilung. Es muss mit trockeneren Sommern und mehr Niederschlägen im Spätwinter und im Frühjahr gerechnet werden.

 

Aufgrund der Temperaturerwärmung kann es zukünftig daher in Gebieten unter 1200 – 1500 m weniger Schnee, in Gebieten darüber aber auch mehr Schnee geben. Was sind die Auswirkungen der Klimaveränderungen auf den Schneesport ? Die Schneedeckenandauer wird in Lagen unter 1200 bis 1500 m durch den erwartenden Temperaturanstieg stärker reduziert; in höheren Lagen über 2000 m ist die Verringerung der Schneedeckendauer bisher nicht nachweisbar.

 

Gletscherskigebiete bzw. Sommerskigebiete sind aufgrund der morphologischen Veränderungen und mangelnden Schneedecken im Spätsommer und Frühwinter in besonderem Maße von der Temperaturerwärmung betroffen.

 

Im statistischen Mittel hat sich die Dauer des Winters verkürzt. Vermehrt ist ein Trend zu „kernlosen Wintern“ mit Tauperioden auch mitten im Hochwinter festzustellen. Generell werden schneesichere Perioden mit ausreichend hoher Schneedecke eher im Spätwinter bzw. im Frühjahr erwartet, im Frühwinter wird die Wahrscheinlichkeit von schneearmen oder sogar schneefreien Phasen zunehmen.

 

Es gibt Gewinner und Verlierer: In jeder Schneesportregion werden mittelfristig die noch schneesichersten Gebiete von der Nachfragesituation profitieren, die sich mehr auf diese Gebiete fokussiert. Aufgrund touristischer Aspekte wird es langfristig kaum Gewinner geben.

 

Die Häufigkeit von Naturkatastrophen könnte zunehmen. Im Winter könnten vermehrt Großlawinenlagen durch temporär starke Schneefälle entstehen, Überschwemmungen durch plötzliche starke Tauwetterlagen, im Sommer durch das Auftauen von Permafrost in Felswänden Felsstürze und Unbegehbarkeiten von altbekannten Routen, wesentlich aperere Gletscher mit offeneren Spaltenzonen, Stürme im Herbst u.a.

 

Generell ist zu sagen, dass es starke regionale und sogar lokale Unterschiede in den Auswirkungen der Klimaveränderung auf den Schneesport geben wird. Von Ort zu Ort und Skigebiet zu Skigebiet ist jeweils durch Detailuntersuchungen festzustellen, welche Auswirkungen tatsächlich lokal zu erwarten sind.

 

Der langfristige Trend für die nächsten 30 Jahre ist ganz klar eine Erwärmung des Klimas mit den vorher beschriebenen Veränderungen. Durch eine jederzeit mögliche Variabilität sind einzelne Extreme – wie besonders warme oder besonders kalte und schneereiche Winter – jederzeit möglich, sie ändern jedoch nichts am langfristigen Trend.

 

Die prognostizierte Klimaerwärmung ist nur einer der Faktoren, die die Entwicklung des Schneesports beeinflussen. Was sind mögliche Strategien, um den Schneesport auch weiterhin ausführen zu können ? Technische Beschneiung ist integraler Teil eines erfolgreichen Konzepts im Schneesporttourismus. Dabei muss von Fall zu Fall entschieden werden, ob und wo Beschneiungsanlagen zur Sicherung der Saison nach abzuwägenden ökologischen und ökonomischen Faktoren sinnvoll eingesetzt werden können und wo nicht.

 

Aufgrund der geänderten sozioökonomischen und klimatischen Rahmenbedingungen sind vielfältige Innovationen im Schneesporttourismus erforderlich, wie beispielsweise schneeunabhängige Erlebnisformen und weiterreichende Dienstleistungsangebote.

 

Ein jeder von uns kann durch entsprechendes umweltgerechtes Verhalten die klimatologischen Konsequenzen für die kommenden Generationen mildern helfen. Dazu zählen ein energiesparendes Verhalten im Alltag, die Förderung regenerativer Energiequellen, das Vermeiden von Müll, der überlegte Einsatz von sparsamen Kraftfahrzeugen und die Nutzung von alternativen Reisemöglichkeiten wie Busse und Bahnen, das Bilden von Fahrgemeinschaften, das Hinwirken auf Verhaltensänderungen bei Personen im persönlichen Umfeld, der Kauf von heimischen Produkten und ökologisch hergestellten Lebensmitteln, der Kauf von heimischem oder zertifiziertem Holz u.v.a.

Stand: 20.10.2020
Kontakt
Anika Bichlmeier
SIS/DSV-Beirat
Referentin für Sportraumentwicklung und Nachhaltigkeit
Tel.: 089-85790 284