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Interview mit Franziska Preuß

11.07.14
Biathlon
Franziska Preuß, die erst im Alter von 15 Jahren mit dem Biathlonsport begonnen hat und erstmals bei den ersten Olympischen Jugendspielen in Innsbruck 2012 mit drei Gold- und einer Silbermedaille auf sich aufmerksam machte und so zur erfolgreichsten Athletin der Wettkämpfe wurde, gilt als hoffnungsvolles Talent im Deutschen Skiverband. Die in Ruhpolding wohnhafte Franziska Preuß wird an der Sommerleistungskontrolle der Damen zum zweiten Mal teilnehmen und stellte sich vorab zu einem Interview.
Franziska Preuß Sommer 2014
Frage: Franziska, im letzten Jahr hast Du Deine erste Weltcup Saison bestritten. Wie lautet Dein Fazit nach einer langen Saison?
Franziska Preuß: Für mich war das eine ganz neue Situation mit sehr vielen Eindrücken, die ich vorher nicht kannte und erst mal verarbeiten musste. Vorher bin ich im Deutschlandpokal gestartet und dann auf einmal im Weltcup, das ist sehr wohl ein Unterschied. Da hab ich natürlich viel gelernt für die Zukunft mit den verschiedenen Aufgaben, die plötzlich auf einen zukommen. Doch vor allem hat es mir sehr viel Spaß gemacht in der letzten Saison und da möchte ich weiter machen.

Frage: Was waren für Dich die besonderen Highlights, an die Du Dich gerne zurückerinnerst?
Franziska Preuß: Zum Einen das Weltcupwochenende in Annecy-Le Grand Bornand in Frankreich mit dem 6.Platz im Sprint und meinem ersten Weltcupsieg in der Staffel. Das war echt super schön. Außerdem war dieser Weltcup dort im Dezember nicht so aufgebläht und viel familiärer als in anderen Orten. Die Rennen standen im Mittelpunkt und nicht das ganze Drumherum, da hat man sich einfach wohl gefühlt. Dann war für mich der Heimweltcup in Ruhpolding etwas ganz Besonderes. Zum ersten Mal in meiner Laufbahn zu Hause im WC an den Start zu gehen mit den ganzen Fans und meinen Freunden und der Familie. Alle feuern einen an und jubeln, wenn man trifft. Die ganzen Emotionen sind unbeschreiblich. Dann sprang auch noch ein 4.Platz in der Verfolgung heraus - was will man mehr.

Frage: Und es gab sicher auch Enttäuschungen, oder?
Franziska Preuß: Na ja...die Olympischen Spiele in Sotchi waren nicht so, wie ich mir das vorgestellt haben. Es gab eine gewisse Erwartungshaltung von mir und auch der Öffentlichkeit, doch es ist einfach nicht so gelaufen. Nach diesen drei Wochen bin ich jetzt wirklich abgehärtet und nun kann schon Einiges kommen. Auf jeden Fall war es eine gute Erfahrung, bei der ich viel erlebt habe. Das olympische Flair, die Unterkunft und das Wetter waren super. Auch der Kontakt mit anderen Sportlern und das Mitfiebern bei den verschiedenen Sportarten waren toll, denn das hat man sonst nie. Olympia ist einfach was Besonderes.

Frage: Was sind Deine Ziele für die kommende Saison?
Franziska Preuß: Locker bleiben! Zudem will ich versuchen konstantere Leistungen zu bringen und vor allem besser zu Schießen. Doch ich bin zuversichtlich, dass mir das gelingt. Darüber hinaus muss ich lernen, besser auf meinen Körper zu hören.

Frage: Ein gutes Stichwort! Du hast mit 19 Jahren fast an allen Weltcuprennen teilgenommen (19 Einzelstarts von 22 + Staffelrennen + Olympia, nur Kontiolahti/FIN hast Du ausgelassen). Ist das nicht ein bisschen viel für so eine junge Sportlerin?
Franziska Preuß:
Im Nachhinein sicher schon und irgendwann bekommt man auch die Quittung dafür. Deshalb werde ich meine Lehren daraus ziehen und mir auch mal eine Auszeit gönnen. Nicht umsonst lassen die Topathleten auch mal einen Weltcup aus und greifen dann gut erholt wieder neu an.

Frage: Im letzten Jahr hast Du am Ende die Sommerleistungskontrolle geprägt mit dem Ausspruch: ‚erste Sommerleistungskontrolle überlebt!‘ Was ist die besondere Herausforderung dabei?
Franziska Preuß: Es sind sehr viele Aufgaben in kurzer Aufeinanderfolge auf einmal zu bewältigen. Das tägliche Schießen mit den ganzen Ausdauerbewerben und jedes Mal soll man das Beste daraus machen. In den vier Tagen wird viel verlangt und man will ja immer sein Bestes geben. Es ist sicher keine Erlebniswoche. Zum Glück fällt heuer das Paddeln weg.

Frage: Auf Grund Deines Alters könntest Du noch einmal an der Juniorenweltmeisterschaft teilnehmen. Ist das ein Ziel für Dich?
Franziska Preuß: Vorerst nicht, denn ich möchte mich lieber für die ‚normale WM‘ qualifizieren und dort teilnehmen. Dann wäre ein zusätzlicher Start bei den Juniorinnen wahrscheinlich zu viel.

Frage: Ich weiß, dass ihr am Stützpunkt in Ruhpolding ein Fußball WM Tippspiel laufen habt mit über 60 Mitspielern. Was ist Dein Favorit?
Franziska Preuß: Grundsätzlich bin ich schon für Deutschland und hoffe auf ein erfolgreiches Abschneiden, doch darauf haben ja schon sehr viele getippt. Deshalb ist mein Favorit auf den Titel Argentinien mit Lionel Messi und noch sieht es ja ganz gut aus. Mal abwarten, was nächste Woche daraus wird.

Danke für das nette Interview und alles Gute für die Zukunft mit einer zweiten erfolgreichen Weltcupsaison.
2014-07-14
Stand: 04.08.2020
Kontakt
Gabi Kniesz
Leistungssport GmbH
Sekretariat
Tel.: 089-85790 251