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FIS Nordische Ski Weltmeisterschaften in Falun

16.02.15
Langlauf
Vom 18. Februar bis zum 1. März 2015 treffen im schwedischen Falun die Größen des nordischen Skisports aufeinander, um ihre Weltmeister zu küren. In den Disziplinen Skisprung, Nordische Kombination und Langlauf wird im Lugnet-Skistadion zum dritten Mal nach 1954, 1974 und 1993 um weltmeisterliches Edelmetall gekämpft.
WM_Falun
Falun ist ein Zentrum für nationale und internationale Wintersportwettkämpfe und Sitz des Schwedischen Skiverbandes. Die alte Kupferbergbaustadt befindet sich in der Provinz Dalarnas län, circa 220 Kilometer nordwestlich von Stockholm. Falun hat gut 37.000 Einwohner und ist neben dem Skisport berühmt für seine Bergwerke, die zusammen mit den Arbeitervierteln und der Industrielandschaft zum Weltkulturerbe der UNESCO zählen.

Im Sport- und Freizeitareal Lugnet stehen die für die WM modernisierten K-90- und K-120-Schanzen, an deren Zielsack das Lugnet-Langlaufstadion anschließt.


Die WM-Schanzen
Die Lugnet-Schanzen wurden für die Weltmeisterschaften 1974 neu gebaut und zur WM 1993 erneuert. Bis 2002 wurden auf de K-90- und der ehemaligen K-115-Anlage Weltcups im Skispringen und in der Nordischen Kombination ausgetragen. Danach wurde die Normalschanze noch für Continentalcups und FIS-Springen genutzt, während die Großschanze brach lag und verfiel.

Durch den Zuschlag für die FIS-Weltmeisterschaften 2015 wurden finanzielle Mittel freigesetzt, die eine erneute Modernisierung und Anpassung der Lugnet-Sprunganlagen ermöglichten. Rund 21 Millionen Euro kostete der Umbau, der die Anpassung der Schanzen- und Aufsprungprofile, Eis-Keramikspuren, Flutlicht und Windschutz, neue Kampfrichter und Trainertürme, einen neuen Technikraum sowie eine Mattenanlage und einen neuen Lift beinhaltete.

Anfang Februar 2014 wurden die neuen Schanzen im Rahmend er schwedischen Meisterschaft im Skispringen eingeweiht. Kurz darauf fand der erste Skisprungweltcup der Herren auf der K-120 statt, am 15. März feierten die Damen und die Nordischen Kombinierer beim Nordischen Saisonfinale ihre Premiere auf den WM-Anlagen.

Den Schanzenrekord von der Großschanze hält seitdem Severin Freund, der beim Weltcupdebüt 136 Meter weit flog und den Wettkampf für sich entschied. Zuvor gelang es Martin Schmitt 1999 zum letzten Mal, in Falun einen Skisprung-Weltcupsieg für den DSV zu erringen.
Bei den Damen gewann die Japanerin Sara Takanashi den ersten Weltcup auf der neuen K-90-Schanze – Carina Vogt wurde Fünfte.
Eric Frenzel flog 2014 bei den Nordischen Kombinierern am weitesten von der Lugnet-Normalschanze, auf der WM-Loipe musste er sich jedoch Akito Watabe, Joergen Graabak und Alessandro Pittin geschlagen geben.


Die Langlaufstrecken
Die Langlaufspezialisten und Kombinierer werden ihre Titelkämpfe im Lugnet-Langlaufstadion entscheiden. Das WM-Streckennetz befindet sich direkt neben den Sprunganlagen – die Tribünen der Langlaufarena sind einen sprichwörtlichen Steinwurf vom Zielsack der Schanzen entfernt.

Insgesamt gelten die WM-Loipen in Falun als äußerst selektiv, vor allem der „Mördarbacken“ (Mörderanstieg) hat es in sich – und das nicht nur bergauf!

Mördarbacken: bergauf und bergab!
Im Vorfeld der Weltmeisterschaften wurden in Falun neben den Skisprunganlagen auch die Streckenführungen der WM-Loipen modifiziert. Vor allem der berüchtigte Mördarbacken – ein steiler Anstieg, bei dem die Athleten zuvor auf einer Länge von 600 Metern eine Höhendifferenz von 70 Metern bewältigen mussten – wurde noch direkter und daher steiler angelegt. Aber damit nicht genug: Bei der WM und dem „Testweltcup“ ein Jahr zuvor sollte er nicht nur bergauf, sondern auch bergab bezwungen werden!

Die riskante Abfahrt hat laut Veranstalter eine Länge von 670 Metern und schlängelt sich relativ schmal direkt neben dem Aufsprunghang der Schanze durch den Wald. Die besten Abfahrer des Langlaufzrikus können hier bis zu 10 Sekunden gewinnen – durch einen Sturz aber auch alles verlieren.

Und Stürze hat es bei der Generalprobe, dem Weltcupfinale 2014, durchaus gegeben. Nach den ersten Rennen, die über den Mördarbacken führten, gaben die Athletensprecher bekannt, dass die Aktiven nicht bereit seien, das Risiko der Abfahrt erneut in Kauf zu nehmen. Die folgenden Wettbewerbe wurden daher auf einer anderen Strecke durchgeführt, zuletzt wurde der Mördarbacken entschärft, indem er verkürzt und damit die Abfahrt eleminiert wurde.

Wie sich der Killerhügel in den WM-Wochen präsentieren wird, bleibt abzuwarten – eine solide Abfahrtstechnik wird dennoch mit Sicherheit von Vorteil sein.


Deutsche WM-Erfolge in Falun
Nachdem die deutschen Athleten bei den Weltmeisterschaften 1954 in Falun leer ausgegangen waren, dominierten die Athleten der Deutschen Demokratischen Repulik das WM-Geschehen 1974.

Der Thüringer Gerhard Grimmer schrieb Skigeschichte, als er am 24. Februar 1974 in Falun mit seinem Sieg über 50 Kilometer erster deutscher Einzelweltmeister im Skilanglauf wurde. Tage zuvor hatte er Gold mit der DDR-Staffel über 4 x 10 Kilometer und Silber über 15 Kilometer gewonnen.

Auch die Damen waren gut in der Loipe unterwegs: Barbara Petzold holte Silber über 10 Kilometer und die Damenstaffel wurde hinter Russland Vizeweltmeister.

Den WM-Titel in der Nordischen Kombination, in der zur damaligen Zeit nur ein Wettbewerb ausgetragen wurde, holte Ulrich Wehling vor seinem Landsmann Günter Deckert und dem Polen Stefan Hula.

Im Skispringen gewannen die DDR-Aktiven viermal Edelmetall: Doppelweltmeister von den Schanzen wurde Hans-Georg Aschenbach, Vizeweltmeister von der K-70-Schanze Dietrich Kampf und von der K-90-Schanze Hans Wosipiwo.

Bei der dritten Weltmeisterschaft in Falun dominierten die Norweger – Skilegenden wie Björn Dähli und Espen Bredesen machten es möglich, dass der Wikinger-Staat den Medaillenspiegel zum Ende der WM mit sechsmal Gold, dreimal Silber und fünfmal Bronze anführte. Die DSV-Kombinierer Thomas Dufter, Jens Deimel und Hans-Peter Pohl liefen im Mannschaftswettbewerb zu Team-Bronze – und damit zur einzigen WM-Medaille für den DSV.
2015-02-16
Stand: 28.07.2021
Kontakt
Wencke Hölig
Leistungssport GmbH
Ansprechpartner
Tel.: 089-85790 215