https://www.ski-online.de/skiversicherung?utm_source=DSV_Website&utm_medium=Banner&utm_campaign=DSV_Banner
Suche

Verhalten der Skisportler

Snowboarder

Gibt es Verhaltensregeln des DSV für Skisportler/Snowboarder in der Natur?

Skisportler und Snowboarder in aller Welt erleben die freie Natur. Sie ist Heimat für Tiere und Pflanzen, die auf empfindlichem Boden gedeihen. Sie schützt auch den Menschen selbst. Alle sind aufgerufen, die Landschaft zu schonen, um auch in Zukunft Skisport und Snowboard in einer intakten Umwelt ausüben zu können und nachhaltig zu sichern. Der Internationale Skiverband bittet daher die Skisportler und Snowboarder, folgende Regeln zu beachten:

 

Informieren Sie sich über Ihr ausgewähltes Gebiet. Unterstützen Sie die Orte, die sich um die Umwelt sorgen. Wählen Sie umweltfreundliche Verkehrsmittel - Bus und Bahn - zur Anreise. Bilden Sie Fahrgemeinschaften bei Anreise mit dem privaten Auto. Lassen Sie Ihr Auto am Skiort stehen, nehmen Sie den Skibus. Fahren Sie nur bei ausreichender Schneedecke Ski und Snowboard. Halten Sie sich an die markierten Pisten und Loipen. Beachten Sie Pistenmarkierungen und –sperrungen. Verzichten Sie auf das Fahren abseits der Pisten besonders in Waldgebieten. Fahren Sie nicht in geschützte Gebiete. Schonen Sie die Tiere und Pflanzen. Nehmen Sie Ihren Abfall mit.

Welche möglichen Folgen kann das Pistenskilaufen auf die Umwelt haben?

Bei landwirtschaftlichen Wiesen und Weiden wird bei ausreichender Schneelage die Pflanzendecke durch den Skilauf nur gering beeinträchtigt und verändert. Erst in hohen Lagen (ab ca. 1500m) können ernsthafte Schäden entstehen, insbesondere wenn Flächen mit Zwergsträuchern (Alpenrose, Gemsheide...) oder Latschenfelder befahren werden. In den Hochlagen stellt die Planie einen erheblichen, meist dauerhaft sichtbaren Eingriff dar. Pisten mit genügender Breite und mit ebener Oberfläche werden mit Pistenraupen planiert. Diese müssen nicht zwangsläufig, wie häufig behauptet, zu naturfernem Kunstgrün werden. Unterhalb der Waldgrenze können durch extensive Bewirtschaftung auch auf Pisten artenreiche Bergwiesen existieren.

 

 

Erhöhter Energieverbrauch der Tiere bei Flucht und Stress durch Störung ihres Lebensraumes. Durch Flucht und Stress-Situationen eingeschränkte Nahrungsaufnahme. Durch die Störung können Tiere aus ihren optimalen Einstandsgebieten vertrieben werden und schlechtere Lebensbedingungen vorfinden. Der erhöhte Nahrungsbedarf nach einer Störung wird meist durch den Verbrauch wertvoller Fettreserven gedeckt. Dadurch sinkt die Kondition der Tiere und sie werden anfälliger für Krankheiten. Der Bergwald wird belastet, da die Tiere ihren erhöhten Energiebedarf decken müssen und es deshalb vermehrt zu Wildverbiss-Schäden an jungen Waldbäumen kommt. Stahlkanten der Skier können Gipfeltriebe und Äste junger Bäume schädigen. Unsichtbare Schäden können durch Schneeschub entstehen, der durch Variantenfahren im Wald verstärkt wird und Jungpflanzen umdrückt.

Gibt es Umwelttipps für Tourenskiläufer?

Skitouren sind eine Möglichkeit, das Skifahren in einer anderen Art und Weise zu erleben. Naturerlebnis, Gruppenspaß und Körpergefühl zählen hier zur Motivation. Da Tourengeher keine Skigebiete brauchen, ist dies eine generell gesehen sehr umweltfreundliche Art des Schneesports. Aber auch hier gilt es gewisse Regeln zu beachten, denn Tourengeher erreichen sehr fragile Gebiete, in denen normalerweise keine oder kaum Störungen vorkommen. Auch sollte man bei Skitouren innerhalb von Skigebieten die lokalen Regelungen beachten. Generell steigt man nur ganz rechts am Pistenrand auf und quert diese möglichst nicht. Bei abendlichen Nachtskitouren sind Sperrzeiten bei der Pistenpräparation zu beachten.

 

Informationen vor Ort einholen Markierungen und Hinweise beachten Ruhebereiche in Wäldern und Dickungen sowie im Bereich der Waldgrenze erhalten Pflanzen schützen, insbesondere jungen Bergwald Lärm vermeiden Tiere schützen Tour zur rechten Zeit gehen - morgens und abends in der Dämmerung sind viele Tiere aktivÖffentliche Verkehrsmittel nutzen Abfall vermeiden und alles wieder einpackenInteresse an Natur, Umwelt und Kultur zeigen, lokale Gepflogenheiten beachten.

Weitere Informationen zum umweltfreundlichen Skibergsteigen sind auch über den Deutschen Alpenverein erhältlich.

Können durch Gletscherskilauf Probleme mit der Umwelt entstehen?

Grundsätzlich können beim Gletscherskilaufen die gleichen Probleme wie beim Pistenskilauf oberhalb der Waldgrenze auftreten. Weitaus bedenklicher ist die Belastung der Gletscher im Bezug auf die Funktion als Trinkwasserspeicher für Mitteleuropa. So werden bei dem Betrieb und der Präparierung der Gletscherskigebiete Substanzen freigesetzt (z.B. Wachse, Öle, Müll etc.), die im Gletscher “konserviert” und erst in mehreren Jahrzehnten wieder freigesetzt werden.

Gibt es mögliche Konfliktbereiche (Sport und Natur) beim Skilanglaufen?

Der Skilanglauf wird als “sanfte” Form des Wintersports beschrieben, kann aber ebenfalls mögliche Auswirkungen auf die Umwelt haben.
Deshalb müssen Loipen so angelegt sein, daß sie ökologisch sensible Bereiche, zum Beispiel die Lebensräume des Auerwildes oder empfindliche Biotope, meiden und eine gezielte Besucherlenkung die Menschen aus diesen Bereichen fern hält.

Kann durch Heliskiing eine Beeinträchtigung des Naturhaushaltes erfolgen?

Heliskiing ist vornehmlich in Skiregionen der USA und Kanada zu Hause, die weitgehend unbesiedelt sind. In den Alpenregionen wird diese Form der “Aufstiegshilfe” allerdings auch immer öfter benutzt. Da durch Heliskiing so gut wie alle für den Skisport geeigneten Flächen erreicht werden können, ist Heliskiing sehr umstritten. Vor allem kann es zu Störungen der eigentlichen Ruhezonen der Wildtiere u.a. durch Lärmbelästigung kommen. In Kanada und in den USA wird das Heliskiing auf behördlich festgelegte Gebiete begrenzt, dies ist ebenso der Fall in den Alpen.

Was hat das Schneeschuhlaufen für spezielle Auswirkungen auf die Umwelt ?

Schneeschuhe erleichtern uns das Wandern und Laufen im Schnee, damit wir nicht einsinken. Wenn wir auf Wegen bleiben, ist alles kein Problem. Sobald wir aber mit den wendigen Schneeschuhen abseits durch den Wald laufen, stören wir empfindliche Pflanzen und Tiere. Daher – auf Wegen und ausgeschilderten Routen bleiben, abseits nur außerhalb des Waldes auf größeren Freiflächen und möglichst nicht in der Dämmerung abends oder morgens. Vorsicht bei Touren außerhalb der gesicherten Routen – alpine Gefahren!

Stand: 16.11.2018
Kontakt
Anika Bichlmeier
SIS/DSV-Beirat
Referentin für Sportraumentwicklung und Nachhaltigkeit
Tel.: 089-85790 284